Nordsee – 2. Seetag

Gegen 0000 Helgoland in Sichtweite (ca. 6 sm) Stb querab gelassen. Wind schläft langsam ein, irgendwann wird der Motor gestartet.

Es steht eine kurze Welle von vielleicht 1-1.5m direkt von vorne. Niemand kann sich wirklich von leichten Magenbeschwerden freisprechen.

1230: Wachwechsel. Ich kann ganze 6h Schlafen, welche Freude, bin todmüde.

Heute früh hat sich eine Taube auf dem Schiff niedergelassen. Möglicherweise wurde sie vom Wind aufs Meer getrieben. Sie wirkt recht erschöpft.

Eine Taube zu Gast an Bord
Eine Taube zu Gast an Bord

Wetter: gegen 0600 kaum Wind, kaum Welle. Jetzt: Regen, mehr Wind (ca. SO 2-3), wir segeln wieder.

Vorhersage: 4-6, später umlaufend.

Temperatur: 3 Pullover, 3 Paar Socken, Ölzeug; erträglich.

Position: etwa 30 sm nördlich von Ameland.

1630: Flaute, Motor, Kalt, aber wenigstens kein Regen! Sehe sogar einen Sonnenstrahl, ansonsten nur grün-graues Nordsee-Wasser (was eine große Veränderung darstellt: in der Elb-Mündung war das Wasser grau-braun).

2200: Wachwechsel. Schnell schlafen für die Hundewache von 0200-0600. Seit 2100 sind wir wieder unter Segeln. Wind frischt auf, kommt von querab. Fahren Kurs 200° Richtung Dover. Die Welle kommt direkt von der Seite, was ein heftiges Schaukeln zur Folge hat. Der Ausguck ist spannend, überall sind Lichter auszumachen. Bei den meisten Lichtern handelt es sich um Bohrinseln, vereinzelt auch Schiffe.

Die Taube sitzt mittlerweile auf der ausgebaumten Großschot. Wir würden sie gerne unter der Sprayhood sehen, aber die Taube ist ziemlich scheu, hält Distanz zu uns.

Vorhersage: NO 5-6, später 7.

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